Welche Verhütungsmethode passt zu dir?

Die Wahl der Verhütungsmethode ist eine individuelle Entscheidung. Sie hängt von verschiedenen Kriterien ab, wie deiner Lebenssituation, deiner Präferenz (hormonelle oder nicht-hormonelle Verhütung) und auch davon, mit welcher Methode du am besten zurechtkommst. Wichtig ist die richtige, regelmäßige und verlässliche Anwendung deiner gewählten Empfängnisverhütung. Wende dich zur Beratung an deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt. Gemeinsam findet ihr die passende Verhütungsmethode für dich.

Hormonelle Verhütungsmethoden

Antibabypille (Kombi-Pille)

Die Pille ist eines der bekanntesten hormonellen Verhütungsmittel. Es gibt unterschiedliche Pillen, die sich in der Zusammensetzung und Dosierung unterscheiden. Sie enthalten die Hormone Östrogen und Gestagen. Die Wirkung beruht auf der Hemmung des Eisprungs. Darüber hinaus werden der Schleim im Gebärmutterhals und die Gebärmutterschleimhaut verändert, sodass Spermien nicht in die Gebärmutter eindringen können und sich das Ei nicht einnisten kann. Die Pille muss in einem dreiwöchigen Zyklus täglich, am besten immer zur selben Uhrzeit, eingenommen werden. Danach folgt eine einwöchige Pause, in der die Regelblutung (Hormonentzugsblutung) eintritt.

Minipille

Die Minipille ist eine östrogenfreie Pille und enthält nur das Hormon Gestagen (Desogestrel oder Levonorgestrel). Sie ist besonders für Frauen geeignet, die auf Östrogene mit Nebenwirkungen reagieren. Die Wirkung beruht auf einer Verdickung des Schleims im Gebärmutterhals, sodass Spermien nicht in die Gebärmutter eindringen können. Außerdem baut sich die Gebärmutterschleimhaut nur unzureichend auf und erschwert damit die Einnistung einer eventuell befruchteten Eizelle. Die Minipille mit Levonorgestrel verhindert zudem den monatlichen Eisprung. Im Gegensatz zur Kombi-Pille wird die Minipille ohne Pause eingenommen.

Stell dir am besten einen Wecker, der dich jeden Tag an die pünktliche Einnahme der Pille erinnert.

Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster ist ein dünnes Pflaster, das auf die Haut geklebt wird (z. B. Oberkörper oder Oberschenkel – mit Ausnahme der Brüste und des Gesichts). Das Verhütungspflaster enthält die Hormone Östrogen und Gestagen, die kontinuierlich über die Haut ins Blut aufgenommen werden. Die Wirkung ist ähnlich wie bei der Kombi-Pille: Der Eisprung wird gehemmt und es kommt zu Veränderungen des Schleims im Gebärmutterhals und der Gebärmutterschleimhaut. Spermien können nur schwer in die Gebärmutter eindringen und die Einnistung einer eventuell befruchteten Eizelle wird verhindert. Das Pflaster wird am ersten Tag der Monatsblutung aufgeklebt. Danach muss es einmal wöchentlich über einen Zeitraum von 3 Wochen gewechselt werden. Im Anschluss folgt eine einwöchige Pause, in der es zur Regelblutung (Hormonentzugsblutung) kommt.

 

Verhütungsring

Der Verhütungsring ist ein biegsamer Kunststoffring, der die Hormone Gestagen und Östrogen abgibt. Diese verhindern den monatlichen Eisprung. Außerdem wird der Schleim im Gebärmutterhals verändert und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gehemmt. Spermien können so schwieriger in die Gebärmutter eindringen und eine befruchtete Eizelle kann sich nur schwer einnisten. Der Verhütungsring wird selbst in die Vagina eingeführt, wo er 3 Wochen verbleibt. Danach wird er entfernt. Nach einer einwöchigen Pause – in der normalerweise die Regelblutung (Hormonentzugsblutung) eintritt – wird ein neuer Ring eingesetzt.

Hormonspirale

Die Hormonspirale ist ein Langzeitverhüttungsmittel und wird von deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Sie besteht aus einem T-förmigen Kunststoffkörper mit einem Hormondepot, das das Gestagen-Hormon Levonorgestrel abgibt. Dadurch wird der Schleim im Gebärmutterhals dicker und für Spermien undurchlässiger. Die Spermien werden zusätzlich in ihrer Bewegung gehemmt. Je nach Spirale hält die Wirkung etwa 3 bis 5 Jahre an. Die korrekte Lage der Spirale sollte in regelmäßigen Abständen ärztlich überprüft werden.

Hormonstäbchen

Das Hormonstäbchen ist ein Implantat in der Größe eines Streichholzes, das von deiner Ärztin oder deinem Arzt unter die Haut des Oberarms eingesetzt wird. Es enthält das Hormon Gestagen, das kontinuierlich abgegeben wird und so den Eisprung verhindert. Außerdem wird der Schleim im Gebärmutterhals verändert, wodurch dieser für Spermien undurchlässiger wird. Das Hormonstäbchen wirkt bis zu 3 Jahre.

3-Monatsspritze

Die 3-Monatsspritze, auch Depotspritze genannt, enthält das Hormon Gestagen, das den Eisprung unterdrückt. Darüber hinaus wird der Schleim am Gebärmutterhals verdickt, sodass Spermien nicht hindurchkommen. Zusätzlich baut sich die Schleimhaut an der Gebärmutter verringert auf, wodurch sich eine befruchtete Eizelle nur schwer einnisten könnte. Die Spritze verabreicht dir deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt alle 3 Monate – meist in den Oberarm oder in den Gesäßmuskel. Da die Wirkung über mehrere Monate anhält, musst du nicht jeden Tag an die Verhütung denken. Allerdings ist alle 3 Monate ein Arztbesuch notwendig.

Hormonfreie Verhütungsmethoden

Kondom

Das Kondom ist das einzige mechanische Verhütungsmittel für Männer. Es schützt außerdem als einige von wenigen Verhütungsmethoden vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Sicherheit und Verlässlichkeit der Verhütung hängen jedoch stark von der richtigen und rechtzeitigen Anwendung ab.

Wichtig: Auch auf die passende Kondomgröße achten!

 

 

Kondom für die Frau (Femidom)

Das Kondom für die Frau besteht aus einer Kunststoffhülle mit einem offenen und einem geschlossenen Ende, an beiden Enden befindet sich ein flexibler Ring. Es wird in die Vagina eingeführt und fängt, wie das Kondom für den Mann, das Sperma auf. Es ist ebenfalls zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Ein Vorteil des Kondoms für die Frau ist, dass es bereits ein paar Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden kann. Das Einsetzen erfordert allerdings einige Übung. Das Frauenkondom schützt zusätzlich vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

 

 

Diaphragma

Das Diaphragma ist eine Silikon- oder Latexkappe, die über einen Ring gespannt ist. Es wird vor dem Sex in die Scheide eingeführt und über den Muttermund gestülpt. So wird verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter eindringen können. Als zusätzlicher Verhütungsschutz wird auf das Diaphragma vor dem Einführen ein spermienabtötendes Gel aufgetragen. Je kürzer vor dem Sex das Diaphragma eingesetzt wird, umso besser ist die Wirkung. Bei wiederholtem Geschlechtsverkehr wird mit einem Applikator neues spermienabtötendes Gel eingeführt. Nach dem Sex muss es noch mindestens 6 Stunden in der Vagina verbleiben. Das Diaphragma ist bei sorgfältiger Reinigung und Aufbewahrung etwa 2 Jahre haltbar.

 

 

Kupferspirale

Die Kupferspirale besteht aus einem T-förmigen Kunststoffkörper, der mit einem Kupferdraht umwickelt ist. Das in Kleinstmengen abgegebene Kupfer hemmt die Spermien in ihrer Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit. Zudem verändern sich der Schleim am Muttermund und die Schleimhaut der Gebärmutter, sodass sich eine eventuell doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann. Die Kupferspirale setzt deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt ein. Idealerweise während der Regelblutung, da zu diesem Zeitpunkt der Gebärmutterhals leicht geweitet ist. Je nach Modell muss die Kupferspirale alle 5 bis 10 Jahre gewechselt werden.

Temperaturmethode

Bei der Temperaturmethode wird immer nach dem Aufwachen und jeweils zur gleichen Uhrzeit die Körpertemperatur gemessen. Die Werte werden anschließend notiert. Aus der daraus entstehenden Temperaturkurve lässt sich der Zeitpunkt des Eisprungs ermitteln. Der niedrigste Temperaturwert zeigt den Eisprung an, danach steigt die Temperatur an. Nachteil dieser Methode: Sie erfordert sehr viel Disziplin. Außerdem ist diese Verhütungsmethode für Jugendliche ungeeignet, da sich der Zyklus in jungen Jahren erst hormonell einspielt. Schlafdauer, Krankheiten oder Medikamente können die Körpertemperatur zudem beeinflussen und das Ergebnis verfälschen. Die Temperaturmethode zählt zu den natürlichen Verhütungsmethoden.

Notfallverhütung

Pille danach

Die Pille danach kann nach ungeschütztem Sex oder einer Verhütungspanne den Eisprung nach hinten verschieben, um eine Befruchtung der Eizelle zu verhindern. Je nach Wirkstoff kann sie bis zu 5 Tage (Wirkstoff Ulipristalacetat) oder bis zu 3 Tage (Wirkstoff Levonorgestrel) danach eingenommen werden. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, wirkt sie nicht mehr. Die Pille danach ist ein Notfallverhütungsmittel und keine Abtreibungspille. Eine bestehende Schwangerschaft wird durch die Pille danach nicht abgebrochen.

 

 

Spirale danach (Kupferspirale)

Die Kupferspirale oder Spirale danach wird ebenfalls als Maßnahme zur Notfallverhütung verwendet. Sie muss dazu von deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt bis spätestens 5 Tage nach dem ungeschützten Sex eingesetzt werden. Die Kupferspirale besteht aus einem T-förmigen Kunststoffkörper, dessen Schaft mit einem Kupferdraht umwickelt ist. Das in Kleinstmengen abgegebene Kupfer hemmt die Spermien und verändert den Schleim am Muttermund sowie die Gebärmutterschleimhaut, sodass die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert wird.

Die Kupferspirale wird üblicherweise als nicht-hormonelles Verhütungsmittel eingesetzt und kann darum auch nach der Anwendung als Notfallverhütung im Körper verbleiben – vorausgesetzt es besteht keine Schwangerschaft.

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