Anwendung

Die einzelne Tablette kann zu jeder Tageszeit und unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Wichtig: Wird die Pille danach drei Stunden nach der Einnahme erbrochen, sollte so bald wie möglich eine zweite Tablette eingenommen werden.

Es ist kein Problem, die Pille danach auch während der Stillzeit einzunehmen. Nach der Einnahme sollte jedoch eine Wartezeit bis zum weiteren Stillen eingehalten werden. Bei der Pille danach mit dem Wirkstoff LNG1 sollte 8 Stunden nach Einnahme nicht gestillt werden. Bei der Pille danach mit dem Wirkstoff UPA2 wird eine Stillpause von einer Woche empfohlen. Am besten stillt man vor der Einnahme das Baby. Während der Stillpause sollte die Muttermilch abgepumpt und entsorgt werden, um ein Ausbleiben der Milchproduktion zu verhindern.

 

Sicherheit

Je schneller die Pille danach nach dem ungeschützten Sex eingenommen wird, umso besser. Entscheidend ist, dass der Eisprung noch nicht stattgefunden hat. An den beiden Tagen mit dem höchsten Schwangerschaftsrisiko ist die Pille danach mit LNG1 nicht mehr wirksam. Die Pille danach mit UPA2 (ellaOne) wirkt hingegen noch an den fruchtbarsten Tagen im Zyklus der Frau.

 

Achtung: Bei übergewichtigen Patientinnen kann die Wirksamkeit der Pille danach reduziert sein. Auch hier gilt, dass UPA2 im Vergleich zu LNG1 wirksamer ist. Besteht die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft, sollten Frauen unabhängig von ihrem Gewicht so schnell wie möglich die Pille danach einnehmen.

 

Es ist empfehlenswert, die normale Antibabypille einen Tag nach Verwendung der Pille danach wie gewohnt weiter einzunehmen, um den Zyklus nicht durcheinander zu bringen und Zwischenblutungen zu vermeiden. Ganz wichtig ist dabei zu beachten, dass man für den aktuellen Zyklus durch die normale Antibabypille nicht mehr sicher geschützt ist und bis zum nächsten Zyklus zusätzlich mit Kondomen verhüten muss.

 

Übrigens: Die Pille danach ist nicht zur normalen Verhütung gedacht, sondern als Verhütung für den Notfall. Sollte es nach Anwendung der Pille Danach innerhalb des gleichen Zyklus wieder zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr kommen, kann der Eisprung durch eine erneute Einnahme der Pille danach möglicherweise nochmals verschoben und eine Schwangerschaft verhindert werden.

 

Nachteile

Allgemein gilt sowohl die Pille danach mit UPA2 als auch die mit LNG1 als gut verträglich – es kommt nur selten zu Nebenwirkungen. Wie alle Arzneimittel kann aber auch die Pille danach gewisse Nebenwirkungen haben, die jedoch nicht bei jedem auftreten müssen.

Die möglicherweise auftretenden Symptome sind vergleichbar mit denen, die viele Frauen auch während ihrer Periode haben: Kopfschmerzen, Unwohlsein und Unterleibsschmerzen. Dass sich die nächste Periode nach der Einnahme der Pille danach verzögert, ist nicht ungewöhnlich. Sollte die nächste Menstruation mehr als sieben Tage ausbleiben, ist ein Schwangerschaftstest zu empfehlen. Schwerwiegende Nebenwirkungen treten nicht auf. Wichtig zu wissen: Die Pille danach ist keine "Abtreibungspille". Eine bestehende Schwangerschaft kann durch die Einnahme nicht abgebrochen werden.


Weitere Möglichkeiten

Eine Alternative zur Notfallverhütung mit der Pille danach bietet die Kupferspirale oder die Kupferkette – für beide lautet der Fachbegriff Intrauterinpessar. Kupfer beeinflusst die Vitalität der Spermien und der Eizelle und verhindert, dass sich eine schon befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Daher ist die sogenannte Spirale danach die sicherste Methode der Notfallverhütung.

 

Eine befruchtete Eizelle erreicht nach fünf Tagen die Gebärmutter. Um mit der Kupferspirale nachträglich zu verhüten, muss sie innerhalb von fünf Tagen nach dem ungeschützten Sex eingesetzt werden. Die Kupferspirale ist von den Methoden zur Notfallverhütung die teuerste. Man kann die Kupferspirale aber auch danach weiterhin drei bis fünf Jahre zur regulären Verhütung benutzen.